Gespräch mit Frau Christel
Dienstag, 8. Februar 2011

Frau Gisela Christel war heute im Bürgerbüro um Frau Lehmann über Neuigkeiten im

Sorben Wenden Gesetz zu informieren.

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Klausurtagung
Dienstag, 1. Februar 2011

Vom 08.02.2011 bis 10.02.2011 war Frau Sylvia Lehmann zur Klausurtagung.

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Gegen den Strom MAZ 14.05.2010
Mittwoch, 19. Mai 2010

 

Umwelt Ab 2012 dürfen im Spreewald nur noch Elektromotoren laufen

Bye-bye, Benzinmotor: In anderthalb Jahren sollen Elektromotoren die Kähne durch die Fließe manövrieren. Fährleute und Angler haben Angst vor hohen Umrüstkosten.
Von Torsten Gellner
POTSDAM  Wenn Burkhard Herzke den Kahn voller Leute hat und zur Tagesfahrt von Lübben nach Schlepzig (Dahme-Spreewald) aufbricht, muss er schon mal den Motor anwerfen. Zwar trägt sein Fährmannsverein den schönen Namen „Flottes Rudel“, aber allein mit der langen Ruderstange lässt sich die Strecke nicht bewältigen. Kein Problem für Herzke, wenn der Sprit unterwegs ausgeht. „Dann geb ich vier, fünf Liter Benzin rein und weiter geht’s“, sagt der Lübbener. „Mit Batterieantrieb wäre die Fahrt zu Ende.“
Allmählich müssen sich der Vereinsvorsitzende Herzke und seine 22 Fährmannkollegen vom Benziner verabschieden. Ab 1. Januar 2012, so will es ein Erlass aus dem Potsdamer Umweltministerium, dürfen nur noch Kähne und Boote mit Elektroantrieb durch den Spreewald schippern. Die Vorschrift hat einen langen Bart, stammt von 1997 und sollte bereits seit drei Jahren in Kraft sein. Doch in einer ersten Testreihe erwiesen sich die Motoren samt den zentnerschweren Batterien als nicht alltagstauglich.
Seit Anfang Mai läuft nun eine neue Testrunde mit ausgewählten Jägern, Anglern und Fährleuten. 67 Tester bewarben sich, 20 wurden ausgelost. Jeder soll den Elektroantrieb mindestens eine Woche testen. Auch diese Testreihe hätte früher beginnen sollen.
Doch die Beschaffung der Batterien hatte den Zeitplan weiter durcheinandergewirbelt. „Der Markt ist derzeit so stark nachgefragt, dass wir große Probleme hatten, überhaupt einen Batteriesatz zu bekommen“, sagt Eugen Nowak, Leiter des Biosphärenreservats Spreewald. Ob also in anderthalb Jahren alle rund 400 betroffenen Kähne überhaupt umrüstbar wären, steht in den Sternen. Aber der Termin, sagt Nowak, sei nicht das Entscheidende. „Wichtiger ist es, dass wir uns mit neuen, umweltfreundlichen Technologien auseinandersetzen. Wir wollen nichts mit Gewalt durchsetzen.“
Genau davor fürchten sich Angler, Fährleute und Jäger in der Region. denn die Umrüstung ist teuer. Rund 8000 Euro, hat Burkhard Herzke ausgerechnet, würde der Umstieg auf Elektroantrieb kosten – pro Kahn. Er und seine Kollegen wollen sich der Technik nicht grundsätzlich verschließen. „Wir warten jetzt erstmal ab, was die Ergebnisse zeigen.“ Den Zwang zur Umrüstung hält er aber für falsch. „Wenn sich die Technik als zuverlässig und wirtschaftlich erweist, wird sie sich auch ohne Erlass durchsetzen“, sagt er. Außerdem glaubt er nicht, dass der Elektroantrieb große ökologische Vorteile mit sich bringt. Meist seien heute kaum noch „Stinker“ unterwegs, sondern moderne Viertaktmotoren, die der strengen „Bodenseenorm“ entsprechen.
Die Lübbener Landtagsabgeordnete Sylvia Lehmann (SPD) sieht das ähnlich. „Wenn die Entwicklung der Motoren vorangeht und die Technik entsprechend günstiger wird, regelt der Markt das von alleine“, sagt sie und warnt davor, eine Entscheidung übers Knie zu brechen.
Auch der Vorsitzende des Kreisanglerverbandes Lübben, Falkner Schwarz, zeigte sich kürzlich beim Fischereitag im Namen seiner rund 1500 Anglerfreunde skeptisch. Angesichts der Umrüstungskosten forderte er, den Erlass zurückzunehmen.
Reservatsleiter Nowak betont, dass die Umrüstpflicht unter technischem und wirtschaftlichem Vorbehalt steht: Wenn sich etwa das Manövrieren mit dem Elektroantrieb als zu problematisch oder die Batterien als zu teuer erweisen, müsse man über 2012 noch mal reden. Ob und wie die Fährleute, Fischer und Jäger bei der Anschaffung der teuren Technik finanziell unterstützt werden, ist offen.
Eugen Nowak glaubt, dass nicht nur das Ökosystem von der Elektrifizierung der Kahnfahrt profitieren wird. „Das Reservat ist eine Modellregion in Sachen Nachhaltigkeit“, sagt er. Der Spreewald könne durch die neue Technologie nur noch attraktiver für seine Gäste werden.

 

 
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